Rebsorte Mandó

Joan Soler ist mutig. Der katalonische Charismatiker gilt nicht nur als Önologe sondern auch als hervorragender Wirtschafter. Er ist kein Mensch, bei dem man mit wenigen Worten der Beschreibung auskommt. Und das trifft auch auf seine Weine zu. In Spanien gilt er als Künstler unter den Weinmachern, als kreativer Kopf und Wein-Alchemist. Manche sagen, ihm sei gut nie gut genug. Kollegen sprechen dabei sogar von „Weinmagie“. Und was wäre ein guter Magier, der nicht auch ab und an die Grenzen des Unbekannten sucht – wie bei der fast ausgestorbenen Rebe des Mandó?

Schon lange wirkte Soler auf den Gütern der Pla de Bages in Katalonien. Die Weingüter La Fou und Abadal verdanken ihm einige ihrer großen – auch kommerziellen – Erfolge. Doch der Mythos, der von der kargen Einzigartigkeit der Region südlich der Montserrat Berge ausgeht, machte auch vor seiner Suche nach Perfektion nicht halt. Auf der Spur von Ursprünglichkeit und Naturnähe stiess er auf traditionelle, fast ausgestorbene Weinsorten wie Mandó, eine alte und sehr charakterstarken Traube. Angeblich soll Valentin Roqueta, der President der Weingruppe in Terra Alta bei Barcelona und Grossvater von Soler, diese Traube sogar als das künftige Flaggschiff der Weinproduktion betitelt haben.

Doch woher stammt die fast ausgestorbene Rebsorte? Die Mandó scheint ein Restant der intensiven Weine des Altertums zu sein, die man auch jetzt noch in wenigen Sorten rund um das Mittelmeer findet. Ihre Trauben sind dunkel und fast schwarz mit einem relativ geringen Alkoholgehalt. Ihr Wein ist charaktervoll, mit viel Struktur und anregender Fruchtsäure. Die Traube eignet sich daher hervorragend, leichte und doch charakterstarke Rotweine zu produzieren.

Um 1900 wurde sie in einigen Weingärten in der Nähe von Barcelona angebaut. Angeblich hatten sie danach robustere, wirtschaftlich ertragreichere Sorten verdrängt und auch der Wandel zur Textilproduktion in der Region liess sie verschwinden. Mit einigem Aufwand machten sich die Weinbauern der Region Pla de Bages in den letzten fünfzehn Jahren daran, die fast vergessene Sorte wieder aufleben zu lassen. Doch auch heute kommt sie fast nur in Valencia und in Katalonien vor – und dies auch nur in geringen Mengen.

Im Anbau überzeugt diese Rebsorte durch Robustheit bei starken Temperaturunterschieden und kargem Boden. Zudem scheint sie aufgrund ihrer späten Reifung gegen die schon spürbaren Auswirkungen des Klimawandels besser gewappnet zu sein, als andere Sorten.

Joan Soler wagte das Experiment mit der neuen alten Sorte und verband Mandó mit Cabernet und Sumoll. Was daraus entstand, begeistert die Weinkenner. Das sehr eigenwillige Aroma nach Gewürzen und dunklen Früchten in Kombination mit Frische und vollmundigem Trinkerlebnis kommt sehr gut an.

Rebsorte Mandó: Unsere Weinempfehlungen

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EXIBIS Pla de Bages - Agricultura Ecologica

Dieser Wein zeichnet sich durch seine Stärke und Intensität aus. Entstanden aus einem jungen, katalonischen Projekt des federführenden Önologen Joan Soler ist er aussagekräftig für die Verwendung autochtoner Weinsorten: er vereint die katalanischen Traditionsreben Sumoll und Mandó mit Cabernet Sauvignon.

Daraus entsteht ein angenehmes und direktes Aroma nach reifen Früchten, Waldfrüchten und schwarzen Herzkirschen mit Anklängen an Trockenblumen und Gewürze. Die verwendeten Rebsorten kommen aus der kargen Weinregion Nordspaniens, wo extremes Klima und Gelände zum Vertiefen aller starken Charaktereigenschaften der Trauben beitragen.

Das Resultat überrascht. Es ist ein sensationell strukturierter und gleichzeitig angenehm zu trinkender, frischer Wein. Seine Reminiszenz an schwarze Früchte und die Fruchtsäure machen es möglich, dass der Wein gleichzeitig komplex und authentisch ist.

Das Ergebnis leuchtet fast schwarz bis purpurrot-dunkel im Glas. Es ist hervorragend als starker und zugleich fruchtiger Begleiter für Herbstgerichte mit gebackenem Kürbis, herzhaften Pasteten und zu Fleischgerichten mit dunklen Saucen oder gehaltvollen Mahlzeiten mit Geflügel.

Besonderer Tipp: öffnen Sie eine Flasche als Begleitung zu den ersten Marroni dieses Jahres oder geniessen Sie sie zur Entenbrust an Rotkohl und Kürbisgnocci! Einem gelungenen Herbstessen, über das sich jeder freut, steht so nichts mehr im Weg.

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