Blauburgunder Pinot Noir Weinempfehlungen

Von Zicken, Weinen und Diven

Zickig war sie, verwöhnt, geradezu schwierig, und doch immer wieder eine zu bewundernde Diva. Kühl und unberechenbar, oft dramatisch und dann wieder war ihr Verhalten nicht im Voraus einschätzbar. So durfte ich meinen Lieblingswirt – nennen wir ihn der Einfachheit halber Max – am letzten Freitagabend im Mai schwadronieren hören. Wer jetzt denkt, dass Max das schwierige Los mit seiner aktuellen Angebeteten beklagte, liegt falsch. Er sprach über die Qualität des Weines seines Lieblingswinzers, mit der er diesjährig nicht ganz zufrieden war.

Im Ergebnis sollte dieser Wein eigentlich wieder erdig, rauchig und doch weich und voller subtiler Tannine sein. Ich, als einfacher Konsument, freue mich in einem solchen Fall einfach nur über einen guten Wein. Ich weiss jedoch darüber meist weniger zu berichten als Max. Aber wenn Max jetzt von einem gehaltvollen Wein mit vollmundigem Abgang schreibt, und damit den Pinot Noir meint, den er uns letztens kredenzt hat – dann weiss auch ich genau, was er meint. Einfach köstlich war er, dieser Wein. Und der diesjährige Jahrgang scheint nun nicht mehr so gut zu sein. Wirklich schade.

Der Spätburgunder, über den sich Max somit lauthals Luft verschuf, macht offensichtlich nicht nur willigen Konsommateuren, sondern auch Maxens‘ Winzer ab und an zu schaffen. Auf Nachfrage erzählt er mehr. Die Unzuverlässigkeit dieser Traubensorte fange ja schon mit ihrer wechselhaften Benamsung an. Ist der Winzer in Deutschland daheim, dann sprechen wir gerade über einen Spätburgunder. Befindet sich das fragliche Weingut irgendwo anders in der Welt, zum Beispiel im Burgund, der Schweiz, in Nordamerika, Afrika oder Australien, dann reden wir zwar von derselben Traubensorte. Aber hier will sie dann unter Pinot Noir bekannt sein. In all diesen Teilen der Welt entwickelt diese Traube dennoch gleichermassen ihre offensichtlich vielfältigen und beliebten Qualitäten – wenn es von der Umgebung und vom Klima her für sie passt. Jung ist sie auch nicht mehr. Denn anscheinend gibt es die Spätburgunder Rebsorte schon seit dem ersten Jahrtausend nach Christus am Bodensee, wo sie noch heute unter dem Namen Klevner bekannt sein möchte. Sie stammt – so scheint es – unmittelbar von Wildreben ab.

Was ist also schief gelaufen in diesem Jahr? Und wieso können solche Unterschiede gerade beim Spätburgunder so gravierend sein? Zunächst ist unsere Pinot Noir Traube sehr empfindlich. Sie verlangt sehr konsequent gleichartige Regelmässigkeit in Sachen kühleres Klima, leichter kalkhaltiger Boden, Regen und Sonnenschein. Das Ergebnis variiert sonst gleich einmal dramatischer, als es bei anderen Trauben der Fall ist. In unserem Beispiel waren es wohl zu viele Sonnen- oder Regentage, die uns die Freude am nächsten Jahrgang getrübt hatten. Weiters ist sie sehr dünnhäutig – sie muss vorsichtig gelesen werden. Zudem verlangt sie in der Produktion genau die richtige Temperatur und perfektes Timing. Zuviel – eine Katastrophe, die der Sache den Geschmack nimmt. Zu wenig – das Resultat ist nicht optimal. Ihre Anfälligkeit gegenüber Schädlingen erwähnen wir jetzt nur nebenbei. Diese Traube ist wahrlich eine Diva, die aber bei perfekter Behandlung mit einem vollkommenen Ergebnis begeistert. Ein wahrer Balance-Akt für den Winzer, der wirklich ein Fan sein muss, um bei all dieser Anspruchshaltung der Traube nicht die Freude am Pinot Noir zu verlieren.

Darüber hinaus ist die ganze Angelegenheit nicht nur extravagant, sondern auch noch sehr kostspielig. Ein Grand Cru kann schon einmal einige hundert Franken kosten. Und da wir von „Grand Cru“ sprechen – es wird natürlich in unserem Fall auch nicht ein gesamtes Weingut prämiert. Nein, beim Pinot Noir ist es der Hang, der als hochklassig eingestuft wird. Denn die Traube liebt besonders ihre Alleinstellung. Schon bei leichten Abweichungen in Sachen Hanglage zeigt sie sich wieder problematisch: egal wie nah der andere Hang liegt an dem sie angebaut werden könnte - der Geschmack des Weines ist dort meist einfach anders.

Wir beschliessen den Abend in der Hoffnung, dass unsere geliebte Wein-Diva im kommenden Jahr wieder zurecht ein Star sein wird. Denn trotz allem finden wir: ein echter Star darf sich eine Auszeit leisten. Wenn es nach mir geht: der Pinot Noir muss nicht ein bisschen bescheiden oder bodenständig sein. Ihre Sympathiepunkte sammelt diese Rebsorte gerade mit ihrer radikalen Art. Sie ist einfach etwas Besonderes, und das weiss sie auch. Vielleicht lieben wir sie gerade deshalb so sehr.


Pinot Noir: Unsere Weinempfehlungen

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MARSCHALLGUT Pinot Noir Reserve Barrique

Marschallgut Pinot Noir Reserve Barrique


Der MARSCHALLGUT Pinot Noir Reserve Barrique stammt auch aus dem Weinbau Cottinelli in der Schweiz.

Der MARSCHALLGUT Pinot Noir Reserve Barrique ist von intensiver, roter Farbe. In der Nase erwacht eine unaufdringliche Holznote mit Düften von Himbeeren. Im Gaumen ist der Wein aus Graubünden vollmundig mit angenehmen Tanninen und mit dem sortentypischem Aroma von roten Beeren. Begleitet wird der schweizer Rotwein durch Röstaromen und etwas Vanille, welche er durch den Ausbau im Barrique bekommt. Rundum eine gut ausbalancierte Säurestruktur mit gut integrierten Tanninen.
Den MARSCHALLGUT Pinot Noir Reserve Barrique gibt es in unserem Online Shop bereits zu einem Preis von 29,00 CHF. Die besten schweizer Weine können sie jederzeit in unserem Weinshop der Schweiz bestellen. Wein, online, Schweiz - Brunner Getränke AG.

SPÄTLESE Blauburgunder Schinznach BIO

Blauburgunder Pinot Noir aus der Schweiz

Der SPÄTLESE Blauburgunder Schinznach BIO ist ein prämierter Blauburgunder aus dem Aargau. Der 12-monatige Barriqueausbau macht diesen Wein besonders dicht und verleiht ihm Kraft und Fülle. Er überzeugt in der Nase mit fruchtigen Beerenaromen und einer dezenten Vanillenote. Dieser Pinot Noir (Blauburgunder) aus Schinznach ist ein hervorragender Wein, und wurde bereits mit «Gold, Mondial des Pinots Prix Bio» ausgezeichnet. 


In unserem Online Shop können Sie den SPÄTLESE Blauburgunder Schinznach BIO bereits zu einem Preis von 27,50 CHF online kaufen.

FEU D'AMOUR Yvorne Pinot Noir Chablais AOC

Pinot Noir aus dem Chablais


Im Glas begeistert der Feu d’Amour mit seiner dunklen rubin-violetten Farbe und einem Duft nach dunklen Beeren, Kräutern und Gewürzen. Kräftig und sehr fruchtig mit viel Beeren- und Kirsche im Gaumen und harmonisch im Abgang überzeugt dieser opulente Pinot Noir zu hellem Fleisch und zum Apéro.

In unserem Online Shop können Sie den Feu d’Amour bereits zu einem Preis von 18,50 CHF online kaufen.


Wehrli's Stierenbluet Pinot Noir AOC Tank

Pinot Noir aus Küttigen

Ein starker Charakter aus dem Aargau – der rubinrote Wehrli’s Stierenbluet Pinot Noir aus Küttingen überzeugt kraftvoll mit dem Duft nach schwarzen Brombeeren und Kirschen, einem strukturierten Auftakt und Tanninen. Als samtig-eleganter Rotwein passt er mit seiner fruchtigen Ausgewogenheit besonders gut zu herzhaften Pilzgerichten, rotem Fleisch, Wild, dunklen Saucen sowie Trüffeln.

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